Fragen stellen ist gut Antworten finden sind schwer

Im Rahmen meiner Reihe „Alles in Butter“ decken wir den Hintergrund einer kulinarischen Redewendung auf.

Beleidigte Leberwurst. Wie Kraut und Rüben. Seinen Senf dazu geben. Sprachbilder wie diese gibt es für nahezu alle Lebenslagen, und fast immer werden sie beim Sprechen unbewusst eingesetzt. Sie prägen die alltägliche Kommunikation und sind in vielen Gesprächen unverzichtbar. Bestimmt haben Sie sich auch schon einmal gefragt, wo bestimmte Redewendungen wie "olle Kamellen" oder "einen Toast aussprechen" eigentlich herkommen? Wir haben die Antworten.

Alles in Butter: Wenn alles klappt, eine schwierige Situation sich klärt und das Leben sich von der Sonnenseite zeigt, ist alles in Butter. Die Redensart kommt nicht etwa, weil dann alles wie mit Butter geschmiert läuft.
Der Ursprung für diese Redensart liegt im Mittelalter. Wenn damals die teuren Gläser aus Venetien über die Alpen transportiert werden sollten, dann gingen die Gläser oft zu Bruch – bis die Fuhrleute die entscheidende Idee hatten. Sie legten die Gläser in große Fässer und gossen heiße, flüssige Butter darüber. Wurde sie fest, hielt sie die Gläser an Ort und Stelle und dämpfte die Stöße der Kutsche. Selbst, wenn ein Fass vom Wagen fiel, zerbrachen die Gläser nicht. Alles war eben in Butter. 
 

Nicht die BohneWenn uns etwas nicht die Bohne interessiert, dann hat das nichts mit fehlendem Appetit zu tun, sondern mit dem Mittelalter, als Bohnen noch als wichtiges Nahrungsmittel galt.
Eine einzelne Bohne war jedoch so gut wie nichts wert, denn sie reichte nicht einmal aus, um ein Kind zu sättigen. Niemand machte wegen einer einzelnen Bohne einen Finger krumm. 
  

Jemandem Honig ums Maul schmieren: Damit will man sagen, dass man jemand schmeichelt, um ihn günstig für sich zu stimmen. Die ursprüngliche Form dieser Redensart hieß eigentlich "jemandem Honig mit dem Löffel eingeben" und bezog sich auf den Trick, Kinder mit einem Löffelchen des süßen Leckerbissens zu trösten oder abzulenken. 
Die Wendung könnte allerdings auch auf einem chinesischen Brauch beruhen. Der Küchengott, einer der populärsten Gottheiten des chinesischen Volkes, sollte dem Glauben nach am 25. des letzten Monats in den Himmel steigen, um dort über die Hausbewohner Bericht zu erstatten. An jenem Tag wurde daher besonders eifrig geopfert und kleinen Küchengott-Figuren Honig auf die Lippen gestrichen.
 

Dreikäsehoch: Ein Dreikäsehoch ist ein kleiner Mensch, der sich als ein Möchtegern aufspielt. Der Ausdruck leitet sich davon her, dass man bereits im 18. Jahrhundert aufgestapelte Käselaibe als scherzhafte Maßangabe für Kinder kannte. Die Größe von drei Käselaiben übereinander soll dabei die besonders kleine Körpergröße hervorheben. 

Eine treulose Tomate: Eigentlich verbinden wir mit der Tomate etwas Positives und Köstliches. Aber die Tomate steht auch Pate für eine Redewendung, die einen besonders treulosen Menschen bezeichnet. 
Die treulose Tomate ist ein altes Schimpfwort der Deutschen für die angeblich so untreuen Italiener. Sozusagen zwei Vorurteile in einem: Dauerndes Tomatenessen und unermüdliches Interesse am weiblichen Geschlecht. 
 

Mit dem ist nicht gut Kirschen essen: So drücken wir uns aus, wenn wir vor unfreundlichen Menschen warnen wollen. Aber was hat das mit Kirschen zu tun? Der Spruch stammt aus dem 18. Jahrhundert. 
Damals konnten sich nur Adlige einen Kirschbaum leisten. Mit ihm ist nicht gut Kirschen essen war eine Warnung an den einfachen Mann vor dem Hochmut der Reichen und Mächtigen. Der Originalspruch lautet: "Mit hohen Herren ist nicht gut Kirschen essen, sie spucken einem die Kerne ins Gesicht." 
 

Es geht um die Wurst: Hier handelt es sich um eine Redewendung, die im übertragenen Sinne bedeutet, sich für eine Sache besonders einzusetzen, da bei einer möglichen Entscheidung etwas Wichtiges auf dem Spiel steht. Diese Wendung bezieht sich ursprünglich auf volkstümliche Wettkämpfe, bei denen tatsächlich eine Wurst zu gewinnen war. 

Eine beleidigte Leberwurst: Warum werden wir mit einer Leberwurst verglichen, wenn wir schmollen oder verärgert sind? Im Mittelalter gingen die Gelehrten davon aus, dass alle Gefühle des Menschen, egal ob Trauer, Liebe oder Wut, in der Leber produziert werden. Und wenn sich nun jemand ärgerte, dann hatte er halt eine beleidigte Leber. Die Wurst kam erst später zur Redensart dazu. 
In einer alten Erzählung geht es um eine Leberwurst, die im kochenden Wasser eines Kessels vor Wut platzte. Denn der Metzger nahm alle anderen Würste, wie zum Beispiel die Blutwurst, vor der Leberwurst heraus, weil sie nicht so lange kochen müssen. Und weil die Leberwurst allein im Kochtopf bleiben sollte, war sie beleidigt. 
  

Einen Toast aussprechen: Der im englischen "Toast" genannte Trinkspruch hat tatsächlich etwas mit geröstetem Brot zu tun. Im 18. Jahrhundert war es in England Sitte, bei großen Festessen einem Trinkspruch ein Glas heißen Würzweins herumzugeben, welches von einer Scheibe Toast bedeckt war.   

Tomaten auf den Augen habenDiese Redewendung bedeutet, dass jemand etwas nicht bemerkt oder nicht sieht. Aber warum ausgerechnet Tomaten und nicht etwa Äpfel oder Kartoffeln? Tomaten sind ja bekanntlich rot. Genauso rot sehen auch unsere Augen aus, wenn wir müde oder verschlafen sind. Und müde Menschen sind oft auch nicht ganz so aufmerksam und bemerken wichtige Sachen nicht. Deshalb haben sie dann die sprichwörtlichen „Tomaten auf den Augen“.

Seinen Senf dazu gebenMischt sich jemand ungefragt in ein Gespräch ein, verwenden wir gerne die Redewendung "seinen Senf dazugeben". Der Ausdruck stammt aus dem 17. Jahrhundert und geht auf die Angewohnheit vieler Wirte zurück, ungebeten Senf zu ihren Speisen zu servieren. 
Vermutlich, weil Senf ein kostbares Gewürz war und jedes Mahl aufwertete, auch wenn es geschmacklich gar nicht passte. Das konnte genauso unangenehm sein, wie ein ungebetener Rat.

Wo der Pfeffer wächst: Manchmal wünscht man jemanden dorthin, wo der Pfeffer wächst und zwar meistens dann, wenn der Betreffende nicht erwünscht ist oder man ihn einfach nicht sehen will. 
Wo der Pfeffer wächst – das ist ganz schön weit weg. Der Ausspruch stammt aus Thomas Murners Werk "Narrenbeschwörung" aus dem Jahr 1512. Hier findet sich der erste Nachweis der Redensart. Zu jener Zeit kam der Pfeffer von der Malabarküste, also sozusagen vom Ende der Welt. 

Kohldampf schieben: Ist der Hunger so richtig groß, dann schieben viele Menschen Kohldampf. Und das, obwohl diese Redewendung mit dem Gemüse so gar nichts zu tun hat. Sie kommt nämlich aus dem Rotwelschen. Rotwelsch ist eine Gaunersprache, eine Art Geheimsprache, die sich aus verschiedenen Dialekten entwickelt hat und vor langer Zeit unter Landstreichern und Gaunern gesprochen wurde. Die Worte Koller und Dampf bedeuten in dieser Sprache Hunger, schieben ist aus dem rotwelschen Wort "scheffen" entstanden, was soviel bedeutet wie machen oder sein.  

Es zieht die Hechtsuppe: Das sagt man, wenn es in einem Raum besonders stark zieht. Überraschender Weise hat diese Wendung weder mit Fisch, noch mit Suppe zu tun. Tatsächlich handelt es sich dabei um die Eindeutschung einer jiddischen Redensart. Hech soppa bedeutet soviel wie starker Sturm.  

Absahnen: Jemand, der absahnt, profitiert von etwas, bereichert sich. Früher blieb die Milch einfach stehen, bis sich das leichte Milchfett an der Oberfläche absetzte. Danach wurde abgesahnt, das heißt, der Rahm konnte abgeschöpft und weiterverarbeitet werden. Da der Rahm sehr wertvoll war, entstand die übertragene Bedeutung im Sinne von "sich das Beste nehmen".

Mit der Wurst nach der Speckseite werfen: Sich mit einer kleinen Gefälligkeit einen großen Vorteil schaffen wollen. Die Speckseite wurde wesentlich höher bewertet als die Wurst. Konnte man mit einer Wurst den meist unerreichbar weit oben hängenden Schinken herunterholen, hatte man für wenig Einsatz viel erreicht.  

Den Braten riechen: Er wurde rechtzeitig stutzig oder aufmerksam. Geht zurück auf eine Fabel, in der ein Bauer ein Tier zum Essen einlädt, das aber an der Schwelle kehrt macht, weil es aus der Küche den Duft eines gebratenen Kompagnons in die Nase bekommt.  

In meiner Reihe zu den kulinarischen Redewendungen wird der Hintergrund von Ausdrücken aufgedeckt

Österreichischer Agrarverlag, www.agrarverlag.at

Ein Beitrag von Lisa Jöchlinger, Österreichischer Agrarverlag.

Lady B. aktuell:

Berlin

Sehr geehrte Lady B. Berlin User, Die Saison ist in vollem Gange und die Vorbereitungen für die nächsten Messen laufen. Sie sind...

Rostock

Saisonstart Rostock: Mode ist gefragt. Mode für Damen oder Herren. Mode fasziniert, zu jeder Jahreszeit. Zur Sommerzeit lockte Rostock und lud...

Berlin

Prophylaxe: Viele Menschen kennen eine Gesichtssauna nur von der Behandlung von Erkältungskrankheiten in der kalten Jahreszeit. In Verbindung...

Dresden

Schuhe zum Verlieben: Schicke Schuhe mit angenehmer Passform und makellosen Absätzen – was will Frau mehr? Doch sobald sie häufiger...

Berlin

Housekeeping: Dyson ist ein weltweit tätiges Technologieunternehmen mit Sitz im Vereinigten Königreich und seine relevanten Produkte sind...

Haelen

Mode für das Darunter: In Haelen befindet sich der Firmensitz der Firma Zetex. Das Unternehmen mit seinen Marken Label Pastunette & rebelle...

Schkeuditz

Mode für das Darunter: In Haelen befindet sich der Firmensitz der Firma Zetex. Das Unternehmen mit seinen Marken Label Pastunette & rebelle...

Berlin

Sehr geehrte User, verehrte Lady B. Kunden, die Order-Saison 2015 und 2016 ist in vollem Gange und davon konnten sich meine Kunden zur Dessous...

Berlin

Technik und Equipments spielen in unserem täglichen Leben eine immer relevanter werdende Rolle: Welche Technik und Gerät ist auf dem Markt,...

Schkeuditz

Bewegendes entdecken: Die MMC Dessous Paradies - Mitteldeutsches Mode Center - steht für Kompetenz in Fragen aktueller Mode. Es ist eine Messe...

Puzol

Performance trifft Emotion: Die neue Twin Kollektion setzt auf Eleganz und ausgeprägten Charme. Spitze, elastisches Satin und Tüll...

Schkeuditz

Mode Saison Lingerie: Mit einer faszinierenden Kombination aus professioneller Cocktailzubereitung und eindrucksvollem Entertainment im Karibik...

Berlin

Historie und Memories sind gern gefragte Themen: Erinnern Sie sich noch? Wie war das damals, wer machte wann was?   Im Musical „Cat´s“ von...

Schkeuditz

Messeerfolg: Die MMC Dessous Paradies ist damit die erste Ordermesse in Deutschland, auf der die neuen Kollektionen zu sehen waren. 215 Wäsche und...

Schkeuditz

In Kooperation mit dem CDH Nordost fand die „MMC Dessous Paradies“ - die Ordermesse für Wäsche und mehr ...in Leipzig/Schkeuditz...

Schkeuditz

In Kooperation mit dem CDH Nordost fand die MMC Dessous Paradies - die Ordermesse für Wäsche und mehr ...in Leipzig/Schkeuditz statt. Insgesamt...

Berlin

Fakt: Ein Buch über das, was in unseren Krankenhäusern alles schieflaufen kann und tagtäglich schiefläuft. Inklusive Tipps, wie...

Berlin

Die Welt trifft sich im Internet: Was vor gar nicht so langer Zeit Zukunftsmusik war, zählt heute zum Alltag. Einladungen aller Art,...

Wien

Das Wort Banane kommt aus dem Arabischen: „Banan“ oder Finger. Den wissenschaftlichen Namen „musa sapientum“ erhielt sie von dem schwedischen...

Hindelang

Heuschnupfen? Dann aber fix ins Allgäuer Abseits von Allergien! Die seit je gastfreundlichen Bergorte Oberjoch und Unterjoch sind Ortsteile von Bad...

Berlin

Im Rahmen meiner Reihe „Alles in Butter“ decken wir den Hintergrund einer kulinarischen Redewendung auf.Beleidigte Leberwurst. Wie Kraut und...

Berlin

Hätten Sie es gewusst? Schnell mal vom FKK-Strand zum Auto und ab nach Hause - Splitterfasernackt durch die Stadt. Als "Flitzer" im...

Berlin

In regelmäßigen Abständen wird die Bevölkerung von den dafür zuständigen Behörden darüber informiert, dass unser Trinkwasser „sauber“ und „rein“ ist...

Zell am See

Alexander Koblinger zieht Bilanz: Auch der Zeller See lockt mit Trinkwasserqualität Trinken aus einem See? Auf diese Idee würde ein Mitteleuropäer...

LadyB Suche

nach oben